Helden der Arbeit

EIN BEGNADETER JAZZPIANIST, DER SICH IN DER WELT DER ZIGARREN EINEN LEGENDÄREN NAMEN ERWORBEN HAT UND TROTZ SEINES HOHEN ALTER IMMER NOCH AUF TOUR IST, EIN SMARTER TABAKUNTERNEHMER UND D GRANDSIGNEUR DES BRAUNEN GOLDES HABEN IN DIESER AUSGABE VON FINE TOBACCO DIE AUFNAHME IN UNSERE HALL OF FAME GESCHAFFT

Er ist ein erfolgreicher Unternehmer wie begnadeter Komponist und Jazzpianist: Avo 1926 als Sohn einer armenischen Musikerfamilie im Libanon geboren, kann das Multitalent wechselvolles Leben zurückblicken. Was lag ferner, als das Avo von einer großen Karriere als Musiker träumte. Talent und Engagement, die ihn bis heute auszeichnen brachten ihm früh Erfolg. Als Teenager bereiste er mit seinem Jazz-Trio „ Lebanon Boys“ den Nahen Osten und kam mit 21 Jahren an den Hof von Teheran, wohin ihn Schah Reza Pahlawi als Pianospieler engagiert hatte. Hier geknüpfte Kontakte brachten den jungen Jazz -pianisten
1947 in die USA, wo er in New York an der berühmten „Julliard School of Music“ studierte. Avo spielte dann mit Jazzgrößen der 50er und 60er Jahre – sein Traum von der Karriere als Musiker hatte sich erfüllt. Doch der polyglotte Musiker etablierte sich auch als Geschäftsmann. Als er in den 80er Jahren nach Puerto Rico ging, eröffnete er ein Restaurant und eine Piano bar. Hier entdeckte er auch seine große Liebe zur Zigarre – und als Perfektionist par excellence ließ er schon bald seine seine eigenen Zigarren rollen und verschenkte diese an seine Gäste. Die Nachfrage wuchs, und als einer seiner Zuhörer ihn an der Pool-Bar um eine AVO bat, bewies seine erst fünfjährige entscheidenden Geschäftssinn: „ Papa, wenn er noch eine will, lass sie ihn kaufen!“ Vielleicht der richtige Wink, seine zweite Passion einem größeren Publikum zu öffnen. Der Weg vom Genießer zum Zigarrenkompositeur
war nun nicht mehr weit. 1982 traf er bei der Suche nach einem geeigneten Hersteller Zigarrenproduzenten Hendrik Keller aus der Dominikanischen Republik. 1988 wurde in New York die erste AVO Zigarre verkauft. Zwei passionierte Aficionados hatten sich gefunden. Die Anfangsproduktion waren 100 000 Stück, mittlerweile verlassen über fünf Millionen AVO Zigarren die Fabrik.

Zino Davidoff gilt den meisten Aficionados als das Sinnbild einer guten, einer großen Zigarren­marke. Doch es gibt einen zweiten Menschen, der diesen Namen in sich trägt, der die Qualität dieser Zigarre
verbürgt. Die Rede ist vom Grandsigneur der Zigarrenwelt,
von Norbert Rossel. Wie kein Zweiter trägt er die große Marke vor sich her, hat sie verinnerlicht. Der 63 jährige ist heute aus dem Unternehmen Gebr. Heinemann gar nicht mehr wegzudenken. Als Als Ambassadeur der Zigarre sorgt er sich um den Vertrieb, um die Pflege des edlen Produktes im süddeutschen Raum. Seit 31 Jahren ist Norbert Rossel bereits im Hause Heinemann angestellt, hat den Markt in Süd- und Nordbayern für die Hanseaten bearbeitet und erobert. Seine solide Ausbildung in Sachen Zigarre erhielt er von Ernst Esch, der seit 1973 den Aufbau der Marke „Davidoff“ in Deutschland vorantrieb. „Ich war sein HiIfssheriff“, schmunzelt Norbert Rossel, „seine Ausbildung war penibel, streng und äußerst effektiv. Rossel war schon vom Elternhaus geprägt, was die Welt der Zigarre betraf. Betrieb seine Mutter doch ein Tabakfachgeschäft in seiner Heimatstadt München. Und auch später riss die Verbindung zur Tabakindustrie nie ab. Bei Rowenta und später beim Marika Kilius-Ehe-mann Werner Zahn mit seiner Feuerzeugmarke „Ibelo“ hatte er stets Kontakt, bis ihn 1977 der Ruf der „Heine- männer“ aus Hamburg erreichte. Heute ist Rossel der Repräsentant, kennt Gott und die Welt, veranstaltet die großen Events wie den Davidoff-Oktoberfestabend oder ist für Davidoff bei großen Golfturnieren vor Ort. Das Hauptaugenmerk des stets eleganten Zigarrenmeisters liegt heute auf den beiden Zigarren-Lounges in der Allianz-Arena, wo er dafür sorgt, dass die Zigarrenliebhaber Franz Beckenbauer, Uli Hoeness oder Karl-Heinz Rummenigge stets eine gute Davidoff zur Entspannung nach einem spannenden Match genießen können. Hier ist Rossel als perfekter Gastgeber beliebt.

Wenn in der Tabakwelt von Tradition gespro­chen wird, fällt auch immer der Name von Eicken. Denn das mittelständische Unter­nehmen in der Freien und Hansestadt Lübeck besteht immerhin schon seit 238 Jahren und ist in der hansea­tischen Kaufmannstradition tief verwachsen. Gegrün­det 1770 in Mühlheim an der Ruhr von Johann Wilhelm von Eicken begann man mit dem Handel von Kolonial­waren, unter denen die Fabrikation von Pfeifen- und Schnupftabak eine große Rolle spielte und damit den Grundstein für das heutige Unternehmen legte. Bereits 1866 gab man den Kolonialhandel auf und trieb die Herstellung von Tabakprodukten weiter voran. 1886 wird nach dem Kauf einer Tabakfabrik in Hamburg der Familienwohnsitz von der Ruhr an die Ufer der Elbe verlegt. 1983 wechselt der Standort von einer Hanse­stadt in die andere und ist seitdem in Lübeck beheimatet. Neben dem Hauptstandort mit dem Holstentor als Wahrzeichen zählt noch die kleine Tabakfabrik Gebrüder Lohbeck im idyllischen Malchin in der Mecklenbur­gischen Schweiz und das Haus Dingelstädt in Thüringen dazu. Viel Verantwortung also auch für den heute 38 Jahre alten Marc von Eicken, der seit 2002 als zwei­ter Geschäftsführer der Joh. Wilh. von Eicken GmbH zusammen mit seinem Vater Joh. W. von Eicken die Geschicke des Tabakunternehmens leitet. Auch er sieht sich der Tradition des Unternehmens verbunden. Allein in Deutschland hat die Firma 430 Mitarbeiter, deren Geschick auch in den Händen des jungen Unternehmers liegt. Marc von Eicken hat nach dem Abitur in Hamburg und in New York Betriebswirtschaft mit der Fachrichtung Marketing studiert. Zigaretten, Feinschnitt, Zigarren, Pfeifen-, Wasserpfeifen- und Schnupftabake – es gibt nichts, was es aus der Welt der Rauchgenüsse im Hause von Eicken nicht gibt. Aus dieser breiten Palette heraus beliefert das Unternehmen mehr als 120 Nationen mit Tabakprodukten.